SPD: Entscheidung über Museumsgebäude offen

Kulturausschuss-Chef schlägt für Haus am Ubierring Verbindung der konkurrierenden Konzepte vor.


Von Helmut Frangenberg, 21./22.02.09, Kölner Stadt-Anzeiger

 

SPD-Fraktionschef Martin Börschel hat die Stadtverwaltung aufgefordert, „eine umfassende Bewertung“ und „sorgsame Abwägung“ der Vorschläge für die Zukunft des alten Völkerkundemuseums am Ubierring vorzulegen. Die SPD erwarte eine Auflistung der Vor- und Nachteile sowie der Vorraussetzungen zur Umsetzung der jeweiligen Konzepte.

Er widersprache dem Eindruck, die SPD sei in der Frage schon einseitig festgelegt. Er will die Initiatoren des Konzeptes für ein „Haus für Kino- und Medienkultur“, die sich in einer Gesellschaft mit Namen „luxet“ zusammengeschlossen haben, in die SPD-Fraktion einladen.

„luxet“ konkurriert mit der Rheinischen Musikschule. Diese wirbt für die Idee eines „Zentrums für Musik und Tanz“. Das ehemalige Rautenstrauch-Joest-Museum soll die neue Zentrale der Schule werden und zahlreiche neue Aktivitäten ermöglichen. Börschel sagte, mit der Entscheidung, eines der Projekte am Ubierring anzusiedeln, müsse gleichzeitig eine Lösung für das andere vorgelegt werden.

Der Vorsitzende des Kulturausschusses, Lothar Theodor Lemper (CDU), hat vorgeschlagen, noch einmal darüber nachzudenken, ob sich die beiden Konzepte nicht verbinden ließen.

In den vergangenen Tagen war Kritik am Vorgehen der Stadtverwaltung laut geworden. Die „luxet“-Macher hatten sich über einen unfairen Wettbewerb beschwert. Es sei bereits eine Vorentscheidung für die Rheinische Musikschule gefallen. Über die „luxet“-Vorschläge, die in einer 250-seitigen Machbarkeitsstudie erläutert werden, sei nicht ernsthaft verhandelt worden.

Derweil haben sich Vertreter und Institutionen der Kölner Medienbranche für „luxet“ ausgesprochen, darunter:


- die Kölner Fachhochschule,
- der nordrhein-westfälische „Film- & Produzentenverband“,
- die Kunsthochschule für Medien,
- die Köln International School of Design sowie
- das Filmbüro Nordrhein-Westfalen.


Aus dem Haus soll eine Attraktion für ein breites Publikum wie ein „zentraler Ort für den professionellen Austausch der gesamten Kölner Medienbranche und -szene“ werden, heißt es in einem gemeinsamen Brief.

Auch Bürgermeisterin Angela Spizig von den Grünen sprach sich für „luxet“ aus. Das Haus bekomme eine Bedeutung „weit über die Stadt hinaus“.

 

 


 

 

Unfairer Wettbewerb

Das alte Völkerkundemuseum am Ubierring brauch eine neue Aufgabe. Doch die Meinungen, was denn genau aus dem historischen Gebäude gemacht werden soll, gehen auseinander.


Von Helmut Frangenberg, 18.02.09, Kölner Stadt-Anzeiger - Kommentar


Die Entscheidung über den zukünftigen Nutzer des alten Gebäudes des Völkerkundemuseums am Ubierring ist keine leichte: Die Konzepte, die miteinander konkurrieren, haben beide ihren Reiz. Die Rheinische Musikschule muss dringend in ein neues Gebäude umziehen, das ihr auch neue Möglichkeiten eröffnet. Das „Luxet“-Konzept für ein „Haus für Kino- und Medienkultur“ würde Köln eine neue Attraktion bescheren, die weit über die Stadt hinaus wirken könnte. Was liegt näher, als die Alternativen nach sachlichen Kriterien zu vergleichen.


Doch von solch einer fairen Abwägung ist weit und breit keine Spur. Im Gegenteil: Der Wettstreit ist in höchstem Maße unfair. Die Benachteiligung der „Luxet“-Macher, deren gute Argumente angesichts einer mächtigen Lobby offenbar kaum Gehör finden, wird Folgen über den Einzelfall hinaus haben: Wie will man neue Initiativen nach Köln locken, bürgerschaftliches Engagement aktivieren und frische Ideen befördern, wenn man den Eindruck hat, dass hier ein gut funktionierendes Netzwerk mehr wert ist als die besten Argumente? Die „Luxet“-Macher haben offenbar zu viel Papier beschrieben, anstatt auf die Suche nach Promis zu gehen.


Noch kann die Politik den Eindruck, der sich breit macht, korrigieren. Die Verwaltung muss die Konzepte der Konkurrenten vergleichbar machen und darüber hinaus klären, was die teure Sanierung des Hauses tatsächlich kostet. Danach kann der Rat entscheiden - in freier Abstimmung.

 

Ratsmitglieder im Interessenkonflikt sollten vorher den Saal verlassen.

 

 


 

 

Ungleiche Chancen am Ubierring

Die Zukunft des alten Völkerkundemuseums am Ubierring ist noch ungewiss. Vorschläge gibt es genügend. Doch die Anwärter beklagen, dass die Entscheidung schon längst zugunsten der Rheinischen Musikschule gefallen sei.


Von Helmut Frangenberg, 18.02.09, Kölner Stadt-Anzeiger


KÖLN - Nach zweijähriger Diskussion will die Stadtverwaltung für die Märzsitzung des Stadtrates einen Beschlussvorschlag zur Zukunft des alten Völkerkundemuseums am Ubierring vorlegen. Seit Wochen kursiert das Gerücht, dass längst alles zugunsten der Rheinischen Musikschule entschieden ist. Eine abschließende Vorlage aus dem städtischen Liegenschaftsamt sollte diesen Trend nun bestätigen.

 

Doch der zuständige Dezernent Norbert Walter-Borjans soll die Vorlage überraschend nicht frei gegeben haben. Die Alternative, in dem schmucken Haus ein bundesweit einmaliges „Zentrum für Kino- und Medienkultur“ zu etablieren, sei konzeptionell so überzeugend, dass man sie nicht einfach begraben wolle, heißt es.

Aus den Reihen der Grünen kommt der Vorschlag, dem Stadtrat einfach beide Konzepte alternativ zur Abstimmung vorzulegen. Bei den Grünen wie in der FDP gibt es viel Sympathie für den Vorschlag von sieben engagierten Kölnern unterschiedlicher Profession, die in der Südstadt ambitioniertes Premierenkino mit Bildungs- und Forschungsangeboten, neuen Medien, einem Hightech-Studio für die Tonproduktion von Kinofilmen und anspruchsvoller Gastronomie verbinden wollen.

 

Auch die örtliche SPD soll große Sympathie für die neue Nutzung mit überregionaler Bedeutung geäußert haben. Die Befürworter sehen sich aber einer ansonsten selten gewordenen großen Koalition aus SPD und CDU im Rat gegenüber. Die Fraktionsspitzen stehen offenbar zur städtischen Musikschule.


Für die Initiatoren des „Hauses für Kino- und Medienkultur“, die luxet-Konzeptentwicklungsgesellschaft, ist der Verlauf des Entscheidungsprozesses der letzten Monate kein Ruhmesblatt für die Stadt. Man habe zwei Jahre hart und ehrenamtlich gearbeitet, Geld und Zeit investiert. Anstatt aber mit dem bürgerschaftlichen Engagement konstruktiv umzugehen, sei man monatelang einfach ignoriert worden; keiner biete sich an, um vermeintlich offene Fragen zu besprechen. Man habe im Gegensatz zur Musikschule eine über 250 Seiten dicke Projektbeschreibung und Machbarkeitsstudie vorgelegt. „Aber keiner scheint sie zu lesen“, klagt Architektin Annette Hillebrandt. „Wir waren sehr naiv“, sagt ihr Mitstreiter Martin Schneider. „Wir haben gedacht, unsere Idee schlägt ein wie ein Bombe und danach zieht man an einem Strang, um die Idee umzusetzen.“


Es schwingt Verbitterung mit, wenn Schneider und Hillebrandt berichten. Sie wollen das „Konkurrenz“-Projekt der Rheinischen Musikschule nicht schlecht reden, glauben aber, dass es bis heute keinen fairen Vergleich der Konzepte gegeben hat. „Für unsere Idee ist das Gebäude ein Maßanzug“, sagt Hillebrandt. Die Musikschule könne ihr Konzept ohne Probleme an einem anderen Ort umsetzen.


Die Rheinische Musikschule möchte am Ubierring ein „Zentrum für Musik und Tanz“ etablieren und sich hier zum „multimedialen Kulturzentrum“ weiter entwickeln. Als Partner soll die „Pop- und Musical-Akademie Köln“ miteinziehen. Die Musikschule möchte unter anderem den alten Saal der Kammerspiele als „Kammermusiksaal“ und Bühne für Literatur und Theater wieder beleben. Die Investitionskosten für den Umbau und die Herrichtung des Hauses werden deutlich niedriger veranschlagt als bei luxet. Wie belastbar die Kalkulation ist, kann jedoch keiner sagen, zumal luxet Kosten zum Beispiel für ein neues nutzbares Dach einberechnet, die bei der Musikschule keine Rolle spielen. „Man bekommt die Idee, dass da was nicht stimmen könnte“, sagt ein Verwaltungsmitarbeiter über den Finanzierungsplan der Musikschule. Für die Schule spricht jedoch, dass ihr derzeitige Zentralgebäude in Ehrenfeld kaum noch zumutbar ist und die Stadt für ihre Institution ohnehin Geld für ein neues Haus bereitstellen muss.


Doch viel gewichtiger als Finanzplan, stadtentwicklungspolitische Perspektiven oder Konzept, für deren Präsentation der Förderverein der Musikschule gerade mal ein zehnseitiges Handout braucht, scheint die breite und prominente Unterstützung der Musikschule durch gewichtige Menschen in der Stadt. Als städtische Einrichtung hat sie ohnehin einen Vorteil, muss sich nicht mit Fragen des Beihilferechts herumschlagen und kann darauf setzen, dass selbst auf den städtischen Internetseiten für das Projekt geworben wird. Nicht der einzige Fall von Interessenkollision: Im Kuratorium der Musikschule sitzt der Chef der Sparkassen-Stiftung Kultur, Hans Georg Bögner. Er ist gleichzeitig der kulturpolitische Sprecher der Kölner SPD und somit im Zentrum des Entscheidungsprozesses.


Kuratorium und Fördervereinsvorstand der Schule liest sich wie ein „Who is who“ von Kölnern mit viel Einfluss. Die fest im Stadtleben verankerte Schule hat zudem Größen des Kölner Musiklebens von den Bläck Fööss bis zum Gürzenichorchester mobilisiert, die auf Unterschriftenlisten und unter Briefen an den Oberbürgermeister unterschreiben. „Da haben wir es schwer“, sagt Schneider. „Unsere Argumente transportieren sich nicht so leicht wie die Botschaft, dass nun auch die Höhner mit der Musikschule am Ubierring einziehen werden.“


Schneider wünscht sich, dass die Entscheidungsträger wenigstens einmal das luxet-Konzept lesen und dann fair abwägen. „Wenn man sich dann am Ende einer ernsthaften Diskussion gegen uns entscheidet, werden wir das akzeptieren.“ Schneider und Hillebrandt glauben jedoch, dass die Chance für eine solche Diskussion gering bleibt. Es gehe nur noch um eine „Immobilienfrage“, sagt luxet-Mitstreiter und Medien-Unternehmensberater Klaus Flesch, „und nicht um begeisternden Visionen" für die Kulturstadt Köln. Deren Fehlen habe zuletzt ausgerechnet SPD-Mann Bögner beklagt.

Wenn Köln luxet nicht wolle, werde man die „begeisternde Vision“ in einer anderen deutschen Stadt umsetzen.


 


 

 

Filmstadt Köln - Chance auf Neubeginn

Neue Kinosäle, zumal für die in dieser Hinsicht unterversorgte Kölner Südstadt, das klingt gut. Die Idee, das Gebäude des Rautenstrauch-Joest-Museums am Ubierring dafür zu nutzen, ist begrüßenswert.


Von Frank Olbert, 27.11.08, Kölner Stadt-Anzeiger


Neue Kinosäle in Verbindung mit einem Weiterbildungszentrum für Medien, mit Schulfilmangeboten, mit Möglichkeiten für Soundkunst, die freie Theater- und Tanzszene, das alles und mehr ergänzt um ein Hotel und ein Restaurant von Sarah Wiener, das klingt noch besser - kein Wunder also, dass der Plan der „luxet“-Konzeptentwicklungsgesellschaft, diese Ideenpalette im demnächst leeren Gebäude des Rautenstrauch-Joest-Museums (RJM) am Ubierring in die Tat umzusetzen, auf Gegenliebe stößt.

So spricht sich auf städtischer Ebene der „Kulturentwicklungsplan“ für seine Realisierung aus - führe dies doch „zur Stärkung der Sparte“ Film. Die Kulturverwaltung lobt die interdisziplinäre Ausrichtung und das Bestreben, den „kreativen Austausch mit anderen Kunstsparten“ zu suchen - ein Argument, das nun auch im nationalen Maßstab Widerhall findet: In einer Erklärung zum „luxet“-Projekt begrüßt die AG Verleih, der Zusammenschluss unabhängiger Filmkunstverleiher, nicht allein dringend benötigte Leinwände für Köln. Auch die Betonung auf der Medienbildung verleihe dem Konzept einen solchen Charme, dass man sich seine Verwirklichung auch für andere Städte wünsche.

Die honorige Rheinische Musikschule möchte ebenfalls ins RJM, weil sie sehr zu recht ein neues Domizil einfordert - und mobilisiert derzeit eine mächtige Lobby. Bei aller Sympathie für die musikalische Bildung sollte man jedoch im Auge behalten, dass diese nicht unbedingt ein Haus wie das RJM benötigt. Die „luxet“-Idee bietet auch unter dem Aspekt der Stadtentwicklung eine veritable Chance auf Neubeginn.


 



 

Film-Konzept geht finanziell auf

Die Machbarkeitsstudie für das Kino- und Medienzentrum im Rautenstrauch-Joest-Museum liegt vor. In Kürze werden die Fraktionen entscheiden, wer in den denkmalgeschützten Bau am Ubierring einziehen darf.


Von Eveline Kracht, 22.10.08, Kölner Rundschau


Köln - Die „Bewerbungen“ liegen auf dem Tisch; jetzt sind Verwaltung und Politik am Zuge. Nachdem die Rheinische Musikschule ihre Nutzungsideen für das frei werdende Rautenstrauch-Joest-Museum bereits vorgestellt hat, prüfen Liegenschafts- und Kulturdezernat derzeit die 250 Seiten starke Machbarkeitsstudie der Projektentwicklungsgesellschaft „luxet“ zu ihrem „Haus für Kino- und Medienkultur“. In Kürze werden die Fraktionen entscheiden, wer in den denkmalgeschützten Bau am Ubierring einziehen darf - vorausgesetzt, die Verkaufsabsichten sind vom Tisch und die Finanzierungsfragen zur Sanierung geklärt. „In der Studie haben wir nachgewiesen, dass wir für den Betrieb keine städtischen Zuschüsse brauchen“, so Luxet-Sprecher Horst Peter Koll. Die jährlichen Betriebskosten von 1 350 000 Euro würden über Eigeneinkünfte der Betreibergesellschaft sowie Mieten erwirtschaftet - etwa von der Sarah Wiener GmbH. Die Wiener Fernsehköchin möchte die komplette Gastronomie übernehmen: vom Café über das - „bezahlbare“ - Restaurant „Speisezimmer“ bis zum Catering bei Veranstaltungen, wie sie im multifunktionellen Kammerspielsaal vorgesehen sind. Durch ein Hopper-Hotel im Dachgeschoss (50 Zimmer) werde der Event- und Gastronomiebereich bestens abgerundet, so Koll, neben Klaus Flesch einer der möglichen Geschäftsführer.
Die drei Kinosäle wollen Christian Schmalz (off-broadway), Dirk Steinkühler und Joachim Kühn (filmpalette) in einer GmbH mit einem Arthaus- und Kinderprogramm „bespielen“. Mit der digitalen Projektion, so Schmalz, werde Köln in ganz NRW Vorreiter sein. Der große Kinosaal (250 Plätze) soll in seiner technischen Ausstattung dem Anspruch von Filmfestivals und Premieren genügen; speziell für die Produktion von Kinofilmen plant die Firma Sound-Vision in einem der Kinosäle ein hochprofessionelles Tonstudio.
Das JFC-Medienzentrum, Fachstelle für Kinder- und Jugendmedienarbeit sowie das FH-Institut „Spielraum“ wollen mit ihren Angeboten dazu beitragen, die Kompetenz junger Menschen im Umgang mit Bildern und Medien zu fördern. Mit Microsoft laufen noch Gespräche über die Vermietung von Räumen für Software-Schulungen. Nicht zuletzt soll das Haus für Filmbildung und Kinokultur noch eine Mediathek - unter anderem mit 5000 Soundtracks von Filmen und einer Sammlung von 20 000 DVDs - sowie eine Ausstellung zur Technik der Trickfilme beherbergen. Von den 86 Arbeitsplätzen würden 71 neu geschaffen, so Koll: „Es ist absehbar, dass das Haus komplett vermietet wäre.“


 



 

ALTES MUSEUMSGEBÄUDE
Ein Haus für Kino und Medienkultur

Eine Machbarkeitsstudie stellt Pläne für das alte Gebäude des Rautenstrauch-Joest-Museums am Ubierring in der Südstadt vor: Nach dem Museums-Umzug an den Neumarkt sollen im Haus unter anderem drei Kinosäle sowie ein Restaurant entstehen. Geplant ist außerdem ein Jugend-Medienzentrum.


Von Frank Olbert, 21.10.08, Kölner Stadt-Anzeiger


In einer mehr als 255 Seiten umfassenden Machbarkeitsstudie legt die „luxet-Konzeptentwicklungsgesellschaft“ ihre Pläne für das Rautenstrauch-Joest-Museum am Kölner Ubierring dar. Nach dem Umzug der völkerkundlichen Sammlung in den Neubau am Neumarkt soll nach diesen Vorstellungen in der Südstadt ein „Haus für Kino- und Medienkultur“ entstehen. In den derzeitigen Ausstellungs- und Depoträumen könnten laut Studie drei neue Kinosäle entstehen - der größte hätte 300 Sitzplätze und könnte als Premierensaal dienen. Als Betreiber des Kinobereichs stehen Christian Schmalz vom Off-Broadway sowie Joachim Kühn und Dirk Steinkühler von der Filmpalette bereit.


Einen weiteren Schwerpunkt setzt die Studie bei der Filmbildung. Das „JFC Medienzentrum Köln“ erklärt sich bereit, seine jugendpädagogische Medienkompetenz im neuen Haus am Ubierring zur Wirkung zu bringen. Auch das Kinderfilmfestival „Cinepänz“ könnte im „luxet“-Gebäude ausgerichtet werden; das Kino stünde vormittags für Schulvorführungen zur Verfügung, eine Mediathek könnte für filmhistorische Bildung sorgen.


Leckeres von Sarah Wiener

Darüber hinaus hat die „luxet“-Projektentwicklungsgesellschaft, darunter die Architekten Martin Schneider, Michael Doering und Annette Hillebrandt, eine weitergehende Nutzung des Gebäudes im Sinn. So hat sie Kontakt aufgenommen zur Firma der Starköchin Sarah Wiener, die in dem Haus in der Südstadt ein Restaurant eröffnen könnte. Im neuzugestaltenden Dachgeschoss des derzeitigen Museums könnte zudem ein „Themenhotel Film“ untergebracht werden - dazu liegt ein Brief des „Hopper“ vor, der Bereitschaft signalisiert.


In einem Vorwort zur Studie heißt es, man wolle „betriebswirtschaftlich eigenständig (. . . ) wirtschaften mit, von Fall zu Fall, der Einbindung von projektbezogenen Zuschüssen, definitiv aber, ohne am »Dauertropf« der Stadt Köln zu hängen.“ Eine GmbH soll das Haus betreiben, für dessen Renovierung freilich öffentliches Geld vonnöten ist. Im Vorwort wird die attraktive Nähe des Gebäudes zum Rheinauhafen betont, die sich auf den „Innovationsstandort“ am Ubierring günstig auswirke.


 



 

Rautenstrauch-Joest-Gebäude

Licht am Ende des Tunnnels?


Von Jörg Frank     www.gruenekoeln.de

Seitdem absehbar ist, dass das Rautenstrauch-Joest Museum, Nordrhein-Westfalens einziges Völkerkundemuesum, aus der Kölner Südstadt in das neue Kulturzentrum am Neumarkt (KAM) umzieht, melden sich verstärkt Interessenten für eine Nutzung des denkmalgeschützten Baus am Ubierring (vgl. Rat Ratlos Nr. 184 „Feuchte Träume“).

Bereits Pläne schmieden die städtische Rheinische Musik Schule (RMS), die private Entertainment-Schule The Voyce Factory und die Projektentwicklungsgesellschaft Luxet. Alle favorisieren kulturelle bzw. kulturwirtschaftliche Nutzungen.

Nachdem der RMS-Förderverein bereits seit Monaten öffentlich für sich trommelt und auf prominente Unterstützung von CDU- und SPD-Kulturpolitikern und Kölner Prominenz verweist, wurde nun auch Luxet aktiv. Dahinter verbergen sich die Architekten Annette Hillebrandt und Martin Schneider, Filmjournalist Horst Peter Koll (Filmdienst) und die Kölner Kinobetreiber Joachim Kühn, Dirk Steinkühler (Filmpalette) und Christian Schmalz (Off Broadway). Sie plädieren für ein “Haus für Kino, neue Medien und Filmbildung“ mit drei Kino-Sälen, Buchhandlung, Gastronomie, Tagungsräumen und einen Veranstaltungssaal und evtl. Hotelbetrieb unter dem Dach.

Auffällig ist, dass die meisten Nutzungen bereits seit langen mit dauerhafter öffentlicher finanzieller Unterstützung in Köln etabliert sind: Im Kölner Filmhaus und auch im Filmforum NRW (Museum Ludwig). In unmittelbarer Reichweite bietet zudem das städtische Bürgerhaus Stollwerck Räumlichkeiten. Dieses Projekt sei „nur mit einer Immobilie machbar, die nicht auf dem freien Markt ist“ (Kühn). Es wird ein „geschützter Raum“ (Schmalz) gefordert. Kurzum, wie das Modell der Musikschule wäre eine erhebliche kommunale Subvention für Investition und Betrieb notwendig.

Das Gebäude ist nicht nur alt, sondern vor allem feucht und hochgradig sanierungsbedürftig. Ein erstes Gutachten, das dem Kultur- und Liegenschaftsausschuss vorgelegt wurde, beziffert den unabweisbaren Sanierungsbedarf derzeit mit mindestens 17 Mio €. Die Komplettsanierung muss zudem den Hochwasserschutz und die Statik-Probleme lösen. Weitere städtische Investitionen in Millionenhöhe wären notwendig, um das Haus für eines der kulturellen Vorhaben bereit zu stellen. Denn allen Interessenten ist gemeinsam, dass sie dieses Investitionsvolumen nie finanzieren könnten. Angesichts der noch nicht finanzierten Erfordernisse für die großen Kulturprojekte Kölns wird dies der Kulturhaushalt nicht leisten können.

Aber es gibt auch Licht am Ende des Tunnels. Die unmittelbare Nachbarin, die Fachhochschule Köln (FH) hat ebenfalls ernsthaftes Interesse bekundet. FH-Kanzlerin Gisela Nagel erklärte, „das benachbarte Rautenstrauch-Joest-Museum wäre ideal, um unseren Standort in der Südstadt zu erweitern.“ Die Begründung eines FH-Campus in der Südstadt wäre für die FH aber auch für den Kölner Wissenschaftsstandort tatsächlich von großem Nutzen. Die FH-Kanzlerin argumentiert mit absehbar steigenden Studierendenzahlen und den bereits heute unzureichenden Kapazitäten an den drei nahegelegenen FH-Standorten.

Als der Rat damals einmütig die Entscheidung für das Kulturzentrum am Neumarkt (KAM) und damit für den Umzug des Rautenstrauch-Joest-Museums traf, bestand auch politische Einigkeit darüber, das alte Objekt zu veräußern und den Erlös dem neuem Kulturzentrum zufließen zu lassen. Daran können sich heute manche Stadtpolitiker nicht mehr erinnern („Blackout“). Nur am Rande: Bis heute sind die Betriebskosten des KAM nicht finanziert. Ein mögliche dauerhafte Nutzung des Altgebäudes durch die FH wäre nicht nur sattes Plus für den Wissenschaftsstandort, sondern würde auch bedeuten, dass seine Finanzierung vom Land getragen würde.


 



 

Haus für Kinokultur in Köln


Ein ambitioniertes und bundesweit einzigartiges Projekt hat eine Gruppe kinobegeisterter Kölner Bürger kürzlich im Kino Off-Broadway vorgestellt.

filmecho / filmwoche 43 / 2007 (rkl) vom 30. Oktober 2007

Unter dem Namen Luxet möchten die Initiatoren das denkmalgeschützte Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum, das 2009 neue Räume am Josef-Haubrich-Hof beziehen wird, zu einem Haus für Kino- und Medienkultur umfunktionieren.Das neue Konzept als Medienkompetenz-Zentrum soll Nutzungen vom Kino bis zur Bildungsstätte umfassen.

Getragen wird die Entwicklungsgesellschaft Luxet von Horst Peter Koll, Chefredakteur der Fachzeitschrift „Filmdienst“, den Architekten Prof. Annette Hillebrandt und Martin Schneider. Assoziiert sind Christian Schmalz (OFF-Kinobetriebe), Joachim Kühn und Dirk Steinkühler (Filmpalette sowie Klaus uund Fabian Flesch vom Filmkontor.

Hintergrund für den Vorstoß ist ein viel beklagtes Defizit in Köln. So hat das Sterben von Kinos wie Off-Broadway, Residenz, Capitol, Apollo, Astor und Lupe in den vergangenen Jahrenzu einer strukturellen Ausdünnung des Kölner Filmangebots geführt, weil es zu wenige Leinwände für den Arthouse-Bereich gibt. „Seit etwa zehn Jahren sind in Köln 18 Leinwände weggefallen und nur eine Handvoll neue hinzugekommen“, so Schmalz.

Nach Ansicht der Initiatoren vermittelt das 1906 eröffnete Rautenstrauch-Joest-Museum im Kölner Süden das Filmtheater-Erlebnis auf optimale Weise. Vorgesehen sind im Luxet u.a. der Einbau dreier Kinosäle als Premieren-Arthaus-Kinos mit optimaler technischer Ausstattung (Digital- und 3D-Projektion) sowie ein Saal mit Bühne für Aufführungen, Konzerte, Vorträge und Bankette.Dazu kommt ein Kompetenzzentrum für Filmbildung mit Vortrags-, Seminar- und Workshop-Räumen sowie Medienlabor. Angedacht sind zudem Ausstellungsräume für die Sammlung von Dr. Rolf Giesen zum phantastischen Film, die derzeit noch teilweise im Berliner Film- und Fernsehmuseum zu sehen ist. Geplant ist ferner eine internationale Film- und Musik-Mediathek mit Digital- und Printtmedien sowie ein Verkaufsshop.

Luxet ist jedoch nicht der einzige Aspirant für das freiwerdende Gebäude. So haben die Rheinische Musiikschule, eine Musical-Akademie und die freie Tanzszene ihr Interesse bekundet. Der Kulturausschuss des Stadtrates wird sich vorraussichtlich am 27. Oktober mit dem Thema befassen.


 



 

Südstadtentwicklung: Kultur am Ubierring


FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Meldung vom 10.11.2007


Lorenz Deutsch, Sachkundiger Einwohner im Kulturausschuss

FDP besichtigte bisheriges Gebäude des Rautenstrauch-Joest-Museums

Von Lorenz Deutsch

Der Ausbau des Rheinauhafens auf Höhe Ubierring ist fast abgeschlossen, der Chlodwigplatz ist zwar noch von der U-Bahn-Baustelle verwüstet, wird aber bald wieder mit der Severinstrasse das neu gestaltete Herz der Südstadt bilden und dazwischen liegt ein ungeschliffener Diamant, der ein wesentlicher Baustein für die urbane Verbindung dieser Stadträume werden könnte: das prächtige Gebäude des Rautenstrauch-Joest-Museums. Im Herbst 2009 wird das Museum den Ubierring verlassen und den Neubau am Neumarkt beziehen. Damit stellt sich die Frage nach der weiteren Nutzung des Gebäudes, das der Stadt Köln von der Familie Rautenstrauch geschenkt wurde.

Am Freitag, den 12. Oktober, konnten sich Mitglieder des FDP-Ortsverbandes Mitte und des Fraktionsarbeitskreises Kultur ein Bild von den Räumlichkeiten und ihres Zustandes machen. Geführt durch den Direktor des Museums, Prof. Dr. Klaus Schneider, ging es durch Kellerräume, die großen Museumsdepots im rückwärtigen Anbau, in den ehemaligen Kammerspielsaal, der noch über eine Drehbühne verfügt, bis in die obersten Depoträume, unter dem noch nicht ausgebauten Dach. Schnell wurde deutlich, welches Potential der Komplex mit seinem beeindruckenden Treppenhaus und seinen ganz unterschiedlich zugeschnittenen Räumlichkeiten bietet.

Bewerber für kulturelle Nutzungen gibt es schon. Die Rheinische Musikschule, eine Initiative für Film und Medienkultur, eine Musical-Akademie und die schon in der Südstadt ansässige Fachhochschule haben erste Konzepte vorgelegt. Viele Fürsprecher gibt es auch für die Etablierung eines Tanzzentrums und der Wiederbelebung der Theatertradition. Der Kulturausschuss der Stadt Köln hat in seiner letzten Sitzung die Initiativen gebeten, die Möglichkeiten für eine kooperative Nutzung des Gebäudes zu prüfen. Durch solch eine Kooperation soll einerseits ein möglichst großes Anziehungspotential entstehen, um wirklich ein belebtes Haus der Künste zu entwickeln, das von vielen Menschen der Südstadt und darüber hinaus als urbaner kultureller Ort erlebt wird.

Andererseits soll durch die Beteiligung vieler Sparten die Basis einer Finanzierungsmöglichkeit verbreitert werden. Denn eines wurde bei der Besichtigung des Gebäudes auch deutlich: Es besteht erheblicher Investitionsbedarf, vom Hochwasserschutz bis zur Dachsanierung. Allein aus Mitteln des Kulturetats wird diese Aufgabe nicht zu leisten sein. Aber es lohnt sich, für Möglichkeiten einer weiteren kulturellen Nutzung des Gebäudes zu kämpfen. Diese Chance zu vergeben wäre eine Schande, gerade angesichts der Anstrengungen für eine positive Stadtentwicklung im gesamten Umfeld.


 



 

Haus für Kinokultur in Köln


Ein ambitioniertes und bundesweit einzigartiges Projekt hat eine Gruppe kinobegeisterter Kölner Bürger kürzlich im Kino Off-Broadway vorgestellt.

filmecho / filmwoche 43 / 2007 (rkl) vom 30. Oktober 2007

Unter dem Namen Luxet möchten die Initiatoren das denkmalgeschützte Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum, das 2009 neue Räume am Josef-Haubrich-Hof beziehen wird, zu einem Haus für Kino- und Medienkultur umfunktionieren.Das neue Konzept als Medienkompetenz-Zentrum soll Nutzungen vom Kino bis zur Bildungsstätte umfassen.

Getragen wird die Entwicklungsgesellschaft Luxet von Horst Peter Koll, Chefredakteur der Fachzeitschrift „Filmdienst“, den Architekten Prof. Annette Hillebrandt und Martin Schneider. Assoziiert sind Christian Schmalz (OFF-Kinobetriebe), Joachim Kühn und Dirk Steinkühler (Filmpalette sowie Klaus uund Fabian Flesch vom Filmkontor.

Hintergrund für den Vorstoß ist ein viel beklagtes Defizit in Köln. So hat das Sterben von Kinos wie Off-Broadway, Residenz, Capitol, Apollo, Astor und Lupe in den vergangenen Jahrenzu einer strukturellen Ausdünnung des Kölner Filmangebots geführt, weil es zu wenige Leinwände für den Arthouse-Bereich gibt. „Seit etwa zehn Jahren sind in Köln 18 Leinwände weggefallen und nur eine Handvoll neue hinzugekommen“, so Schmalz.

Nach Ansicht der Initiatoren vermittelt das 1906 eröffnete Rautenstrauch-Joest-Museum im Kölner Süden das Filmtheater-Erlebnis auf optimale Weise. Vorgesehen sind im Luxet u.a. der Einbau dreier Kinosäle als Premieren-Arthaus-Kinos mit optimaler technischer Ausstattung (Digital- und 3D-Projektion) sowie ein Saal mit Bühne für Aufführungen, Konzerte, Vorträge und Bankette.Dazu kommt ein Kompetenzzentrum für Filmbildung mit Vortrags-, Seminar- und Workshop-Räumen sowie Medienlabor. Angedacht sind zudem Ausstellungsräume für die Sammlung von Dr. Rolf Giesen zum phantastischen Film, die derzeit noch teilweise im Berliner Film- und Fernsehmuseum zu sehen ist. Geplant ist ferner eine internationale Film- und Musik-Mediathek mit Digital- und Printtmedien sowie ein Verkaufsshop.

Luxet ist jedoch nicht der einzige Aspirant für das freiwerdende Gebäude. So haben die Rheinische Musiikschule, eine Musical-Akademie und die freie Tanzszene ihr Interesse bekundet. Der Kulturausschuss des Stadtrates wird sich vorraussichtlich am 27. Oktober mit dem Thema befassen.


 



 

Köln - die Medienstadt?


Filmecho (sp) vom 25.10.2007

Köln wird gemeinhin als "Medienstadt", von der lokalpatriotisch gesinnten örtlichen Boulevardpresse gerne sogar als "Medienhauptstadt Deutschlands" beschrieben. Als Kinogänger merkt man leider nicht sehr viel davon. Für diejenigen, die auch noch Filme mögen, die über das 08/15 - Popcornkinoniveau hinausgehen, für die ist die Kölner Kinolandschaft eine einzige Katastrophe. Sicher, es gibt immer noch zahlreiche Festivals, die auch mit einem interessanten Filmprogramm aufwarten können: ein Beispiel ist die Kunstfilm - Biennale, die gestern zu Ende gegangen ist. Aber die Schließung des "Residenz" - Kinos, der "Lupe" und wie die anderen Lichtspielhäuser heißen, in denen in den vergangenen Jahren der letze Vorhang gefallen ist, schmerzt immer noch. Nun soll der kulturellen Ausdünnung in Köln Einhalt geboten werden. Endlich!  Kürzlich hat eine Gruppe Kölner Filmkultur- Liebhaber im "Off-Broadway"- Kino ein ambitioniertes Projekt vorgestellt. 2009 soll -so der Plan- unweit des Rheins ein Zentrum für Kino- und Medienkultur ("Luxet") eröffnet werden. Räumlichkeiten sind auch schon gefunden. Das knapp 100 Jahre alte Gebäude des "Rautenstrauch-Joest-Museums" in der Kölner Südstadt soll nach dessen Umzug in den Josef-Haubrich-Hof  zur Nutzung als Medienkompetenz - Zentrum umgestaltet werden. Vorgesehen sind im "Luxet" unter anderem drei Kinosäle als Premieren-Arthaus-Kinos mit optimaler technischer Ausstattung, sowie ein Saal mit Bühne für Aufführungen, Konzerte und diverse andere Veranstaltungen. Abgerundet werden soll das Ganze mit einem Kompetenzzentrum für Filmbildung mit Vortrags-, Seminar- und Workshop-Räumen sowie einem Medienlabor. Ein wünschenswertes Projekt von dem auch die lateinamerikanische Filmkultur in der Region profitieren könnte. Noch ist allerdings nichts entschieden. "Luxet" ist nicht der einzige Aspirant für das freistehende Gebäude. Der Kulturausschuss des Rates der Stadt Köln wird sich voraussichtlich am 27. Oktober mit dem Thema befassen.

sp + Filmecho


 



 

Mehrere Interessenten für Nachnutzung des Rautenstrauch-Joest-Museums


Köln Nachrichten vom 22. Oktober 2007, 20:55 Uhr     www.koeln-nachrichten.de

Das Gezerre um die Zukunft des Rautenstrauch-Joest-Museums wird heftiger. Gleich mehrere Interessenten haben Interesse an einer Nachnutzung der denkmalgeschützten Immobilien in der Kölner Neustadt-Süd angemeldet. Schon in der Vergangenheit gab es vielfältige Vorschläge, die eine kulturell ansprechende Nachnutzung zum Inhalt hatten.  Zu den Interessenten des derzeit vom einzigen Völkerkundemuseums in Nordrhein-Westfalen genutzten Gebäudes gehören die kommunale Rheinische Musik Schule (RMS), die Entertainment-Schule „The Voyce Factory“ und die Projektentwicklungsgesellschaft Luxet.       Quelle: Museen Köln

Jetzt signalisiert auch die Fachhochschule Köln (FH) Raumbedarf. Das benachbarte Rautenstrauch-Joest-Museum wäre ideal, um unseren Standort in der Südstadt zu erweitern, erklärte die Kanzlerin der FH Gisela Nagel. Sie begründet ihr Interesse mit in den nächsten Jahren absehbar steigenden Studierendenzahlen. Bereits jetzt seien die Raumkapazitäten an drei nahegelegenen Standorten ihrer Hochschule nahezu ausgeschöpft.

Am Dienstagabend stellte nun Luxet, eine Interessengemeinschaft der Architekten Annette Hillebrandt und Martin Schneider, des Filmjournalisten Horst Peter Koll (Filmdienst) sowie den Kölner Kinobetreibern Joachim Kühn, Dirk Steinkühler (Filmpalette) und Christian Schmalz (Off Broadway), ihr Konzept für ein “Haus für Kino, neue Medien und Filmbildung“ vor. Im Modell hatten Hillebrandt und Schneider das Gebäude u.a. mit drei Kino-Sälen, einer Buchhandlung, Gastronomie, Räumen für Filmbildung und einem großen Saal für After Show Parties belegt – als Abschluss ein „Themenhotel“ auf Dachhöhe. Elf von 13 Funktionen, die dem Projekt konzeptionell zugeschrieben wurden, kommt auch das Kölner Filmhaus nach, wie der stellvertretende Vorsitzende der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat Jörg Frank in einer Presseerklärung bekannt gab.


Geschützter Raum gefordert

Bei ihrer Präsentation betonten die potenziellen Nachfolger ihr Interesse an einer fortgesetzten kulturellen Nutzung. Insbesondere der Bereich bietet sich nach Meinung der Initiatoren an. So seien Tagesausflüge von Schulklassen in Richtung Ubierring denkbar. Auf der anderen Seite äußerten die unabhängigen Kinobetreiber den Wunsch, eine weitere Abspielstätte für Filme zu errichten. Die könne aber nach Meinung der Betreiber nur in einer Immobilie stattfinden, die an einem Standort wie diesen eben nicht frei finanziert ist. Die Rheinische Musikschule strebt ohnehin Kooperationen mit anderen Musikschulen an, da sie die komplette Nutzfläche (ca. 5000 Quadratmeter) nicht alleine nutzen kann. Die Einrichtung von Yana Kris und Marcelo Molina steht als möglicher Partner bereit.

Auf seiner kommenden Sitzung (Montag, 29. Oktober 2007) wird sich nun der Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt die verschiedenen Konzepte zur Kenntnis nehmen und über mögliche Entscheidungen vorberaten. Unterdessen liegt dem Liegenschaftsausschuss eine vorläufige Kostenschätzung zur Sanierung und Modernisierung der denkmalgeschützten Immobilie vor. Der Zustand der Statik und Haustechnik mache eine Gesamtsanierung notwendig, hieß es darin. Vorläufige Kalkulationen gehen von einem Kostenrahmen in Höhe zwischen 17 und 20 Millionen Euro aus, wie Grünen-Vize Frank weiter berichtete. Der Grüne Lokalpolitiker, der zudem Vorsitzender des Liegenschaftsausschusses ist, schlug daher Verhandlungen mit der Fachhochschule vor. Eine Nachnutzung des Gebäudes sei jedoch erst nach erfolgter Sanierung realistisch. Experten rechnen damit, dass dies noch bis 2012 dauern kann.


 



 

Vorschläge für ein Filmzentrum


KÖLNER STADT-ANZEIGER (ues) vom 18. OKTOBER 2007

Private Initiative legt Pläne für Räume des Rautenstrauch-Joest-Museums vor

Die Nutzung des Kölner Rautenstrauch-Joest-Museums nach dessen Umzug an den Neumarkt ist weiterhin ungeklärt. Von den zahlreichen Interessenten aus Kultur und anderen bereichen legt jetzt unter dem Namen „luxet“ eine Projektgemeinschaft konkrete Nutzungspläne vor. Die Initiative um Architekten, Kinobetreiber und filmbildende Institutionen projiziert die Idee eines weitgehend eigenständigen Film- und Medienzentrums, das die brachliegende Infrastruktur der Südstadt aufwerten soll.
 
So sollen drei Kinosäle mit gehobenem Mainstream- und Arthaus-Programm im Gebäude untergebracht sein, zudem Büroräume für Filminitiativen, eine Film- und Musik-Mediathek als Verkaufsort für Digital- und Printprodukte, frei mietbare Seminar- und Aufführungsräume, aber auch ein Saal mit Bühne für Konzerte, Vorträge und Galaempfänge. Gastronomischer Betrieb im Parterre sowie ein Themenhotel „Film“ im Dachgeschoss runden die Konzeption ab. Horst Peter Koll, Chefredakteur des katholischen „Film-Dienst“ und Mitorganisator, sieht im „luxet“-Haus am Ubierring die Chance eines Kompetenzzentrums Film, das Kino als Ereignis und als Ort Film- und Kulturbildung gleichermaßen für Schulen und Erwachsene erfahrbar machen soll. Kooperationen mit allen deutschen Filmmuseen für Ausstellungen und filmhistorische Angebote sind bereits geknüpft. (ues)


 



 

Lockender Süden


(c) ComCologne GmbH & Co. KG (www.comcologne.de) 18.10.2007

Im nächsten Jahr zieht das Rautenstrauch-Joest Museum, Nordrhein-Westfalens einziges Völkerkundemuesum, aus der Kölner Südstadt an den Neumarkt um. Als Interessenten für eine weitere kulturelle bzw. kulturwirtschaftliche Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes am Ubiering hatten sich schon die kommunale Rheinische Musik Schule (RMS), die Entertainment-Schule The Voyce Factory und die Projektentwicklungsgesellschaft Luxet gemeldet. Jetzt signalisiert auch die Fachhochschule Köln (FH) Raumbedarf. Kanzlerin Gisela Nagel: „Das benachbarte Rautenstrauch-Joest-Museum wäre ideal, um unseren Standort in der Südstadt zu erweitern." Nagel begründet ihr Interesse mit in den nächsten Jahren absehbar steigenden Studierendenzahlen. Bereits jetzt seien die Raumkapazitäten an drei nahegelegenen FH-Standorten ausgeschöpft.
 
Am Dienstagabend stellte Luxet, eine Interessengemeinschaft aus den Architekten Annette Hillebrandt und Martin Schneider, Filmjournalist Horst Peter Koll (Filmdienst) und den Kölner Kinobetreibern Joachim Kühn, Dirk Steinkühler (Filmpalette) und Christian Schmalz (Off Broadway), ihr Konzept für ein “Haus für Kino, neue Medien und Filmbildung“ vor. Im Modell hatten Hillebrandt und Schneider das Gebäude u.a. mit drei Kino-Sälen, einer Buchhandlung, Gastronomie, Räumen für Filmbildung und einem großen Saal für After Show Parties belegt – als Abschluss ein „Themenhotel“ auf Dachhöhe. Elf von 13 Funktionen, die dem Projekt konzeptionell zugeschrieben wurden, kommt auch das Kölner Filmhaus nach.
 
Während Kühn die Vision hatte, künftig könnten Schulklassen Tagesausflüge in die Südstadt unternehmen („wie zum Römisch-Germanisch Museum“), um hier Filmbildung zu erfahren, begründete Kino-Kollege Schmalz die Interessenlage aus Betreibersicht pragmatisch: „Wir brauchen neue Abspielstätten im Kölner Süden“. Das Projekt sei allerdings „nur mit einer Immobilie machbar, die nicht auf dem freien Markt ist“, so wiederum Kühn. Auch Schmalz forderte einen „geschützten Raum“.
 
Angesichts solcher kulturwirtschaflicher Ambitionen hat Köln-OB Fritz Schramma vorgeschlagen, die Interessenten möchten sich doch, bitte schön, zusammenraufen. Dem kommen bereits die RMS und die Voice Factory nach. Die RMS sieht sich ausserstande, 5000 Quadratmeter Fläche allein zu belegen. Deshalb will sie mit der Musical-Schule von Yana Kris und Marcelo Molina kooperieren. So wie man bisher Schüler an die Musikhochschule Köln weitergereichte habe, könne man ihnen ja auch eine Verlängerung der Ausbildung in der Factory empfehlen, meint Franz Jürgen Anton als stellvertretender RMS-Direktor. Anton: „Unsere Philosophie ist Vernetzung.“ Luxet hingegen will weiterhin „unser Alleinstellungsmerkmal hervorheben“, so Konzeptionalist Koll.
 
Der Kulturausschuss des Kölner Stadtrates muss bei seiner nächsten Sitzung am 29. Oktober erst mal nur unterschiedliche Konzepte zu Kenntnis nehmen. Die Kulturpolitiker wissen, dass dem Liegenschaftsausschuss inzwischen eine Expertise zum baulichen Zustand des Gebäudes vorliegt. Danach geht es nicht nur um Gefahren durch Rheinhochwasser, die langfristig eine wasserdichte Betonwanne erfordern, sondern auch um Probleme mit der Statik und der Haustechnik, die einer Komplettsanierung bedarf  Alles in allem hält die Verwaltung eine Gesamtsanierung des Baukörpers für erforderlich. Alles in allem auch beläuft sich die Kostenschätzung auf 17 bis 20 Mio. Euro.
 
Was Wunder, wenn der Liegenschaftsausschuss – auf Initiative seines grünen Vorsitzenden Jörg Frank – die Verwaltung beauftragte, mit der FH zu verhandeln. Auch Luxet-Architekt Schneider ist Realist: „Vor 2012 läuft hier nichts. Erstmal muss saniert werden.“


 



 

Groß und klein

 

KÖLNER STADTANZEIGER, 14.9..2007

Martin Oehlen über Kolumba und Kölns Kulturpolitik


Eher wem Ehre gebührt: Es ist die katholische Kirche, die derzeit dafür sorgt, dass Köln kulturell stärker leuchtet als zuvor. Mit Gerhard Richters berauschendem Domfenster ist die Stadt um eine Attraktion reicher; und mit dem Neubau des Diözesanmuseums, das sich jetzt Kolumba nennt, erhält sie eine lockende Novität. Da wie dort geht es nicht um das kleinkölsche Karo, sondern um die große Attraktion.
 
Solche sichtbaren Sprünge nach vorn wünschte man sich natürlich auch von der Stadt Köln selbst. Doch ein ums andere Mal ist zu beklagen, dass sich Rat und Verwaltung in immer neuen Kreisen um die eigene Achse wuchten und nicht recht vom Fleck kommen. Da reden wir mal jetzt nicht von den peinlichen Rangeleien um die Archäologische Zone, nicht von dem überfälligen Kulturentwicklungsplan und auch nicht von der sich hinziehenden Nachfolgelösung für die Opernintendanz. Sondern wir gucken auf ein paar Baustellen – und flehen um Erlösung.
 
So steht immer noch nichtfest, welches Ausweich- und welches endgültige Quartier per und Schauspiel bekommen sollen. Nd niemand vermag verbindlich zu sagen, was alles in das ehemalige Kaufhaus Kutz integriert werden soll. Niemand auch weiß gewiss, wie der Komplex des Rautenstrauch-Joest-Museums nach dem Auszug der Völkerkunde zu nutzen wäre. Dabei gilt in allen Fällen: Planungsbedarf gibt es beileibe nicht erst seit gestern. Vielmehr wird die Nutzungsfrage wie ein Mantra seit elend vielen Jahren gewendet.
 
Bei so viel kulturpolitischem Bodennebel ist man für jeden Lichtstrahl dankbar, der die Szene erhellt – wie jetzt im Dom und in Kolumba. Sollte der auch noch Politik und Verwaltung erleuchten – es wäre ein Wunder von Köln.

 



 

Pläne für das Kulturhaus


(F.O.) KÖLNER STADTANZEIGER, 2./3.6.2007


Die CDU-Fraktion favorisiert die Rheinische Musikschule für den Ubierring
 
Das Konzept eines Kulturhauses mit Schwerpunkt Kino und Filmbildung in der Kölner Südstadt findet die kulturpolitische Sprecherin der Kölner Grünen, Angela Spizig, „hochinteressant – zumal sich das Haus auch anderen Sparten, vor allem dem Tanz, öffnen will“. Es sei bekannt, dass sie sich für die Aufwertung des Films in Köln stark mache, so Spizig – insofern komme ihr die Idee, nach dem Umzug der völkerkundlichen Sammlung vom Ubierring an den Neumarkt im Rautenstrauch-Joest-Museum Kinosäle einzubauen, sehr entgegen. Als Kulturpolitikerin wünsche sie sich generell eine kulturelle Nutzung des Gebäudes. Unterdessen spricht sich die CDU-Fraktion für den Umzug der Rheinischen Musikschule an den Ubierring aus. Lothar Lemper, CDU-Mitglied und Vorsitzender des Kulturausschusses, bleibt allerdings bei seiner Meinung, dass das Haus multifunktional genutzt werden solle. Ein Umzug der Musikschule von der Vogelsanger Straße an den Ubierring sei angesichts der Möglichkeiten zu wenig. Drei Kölner Kinobetreiber sind mit dem Vorschlag an Kulturdezernent Georg Quander herangetreten, in das jetzige Depot des Museums Kinosäle einzubauen und damit auch die Südstadt wieder cineastisch aufzuwerten. (F.O.)

 



 

Stirb an einem anderen Tag: Kölner Kinomisere

 

StadtRevue Juli 2007

Letzten Dezember widmete die StadtRevue ihre Titelgeschichte der Kölner Kinomisere ˆ mittlerweile gibt es zumindest Hoffnung auf Besserung

Markierte der letzte Herbst einen Wendepunkt? Seit der Schließung des Broadway fünf Jahre zuvor war die Kölner Kinosituation nicht mehr so präsent im öffentlichen Gespräch. Gleich zwei Symposien beschäftigten sich mit dem hiesigen Kinosterben und der filmkulturellen Unterversorgung. Wie zur Bestätigung der Diskussionsrunden war kurz zuvor die Nachricht gekommen, dass sich der Filmhaus Verein vom langjährigen Betreiber des Kinos trennen und zukünftig erst einmal auf Erstaufführungen verzichten würde. Keine direkte Kinoschließung, aber eine Nachricht, die sich gut in die Reihe von Leinwandverlusten für Filmkultur der letzten Jahre zu fügen schien.


Neustart


Im Roundtable-Gespräch der StadtRevue zur Situation in der Stadt gab der ehemalige Betreiber des Filmhaus Kinos Joachim Kühn im November zu Protokoll: »Ich hoffe, dass die Diskussion, die jetzt angestoßen wurde, noch einmal einen Neuanfang ermöglicht.« Von einem wirklichen Neuanfang kann man ein halbes Jahr später noch nicht sprechen, aber verschiedene Entwicklungen und Initiativen der letzten Monate lassen hoffen.

Zunächst einmal scheint der Druck auf das Filmhaus von verschiedenen Seiten ˆ Stadt Köln, Filmstiftung NRW, eine Unterschriftenliste von Kinofreunden ˆ dafür gesorgt zu haben, dass der Erstaufführungsbetrieb wieder aufgenommen worden ist. Zwar hat das Programm noch längst nicht den ehemaligen Standard, aber es wird wieder regelmäßig gespielt, und drei bis vier Filme im Monat, die sonst an Köln vorbeigegangen wären, sind hier jetzt wieder zu sehen.

Derweil hat Joachim Kühn, der seit Anfang 2005 mit Dirk Steinkühler zusammen die Filmpalette betreibt, im Mai den zweiten Saal der Filmpalette eröffnet. Möglich wurde das auch durch einen kinofreundlichen Vermieter, der zeigt, dass es auch anders geht. Denn Broadway, Residenz und Lupe 2 sind nicht zuletzt an hohen Mietforderungen und wenig flexiblen Hauseigentümern gescheitert. Die letzten beiden Immobilien stehen seit der Schließung der Kinos leer, und die Ehrenstraße verkommt seit dem Ende des Broadway immer mehr zur Filialisten-Meile.

Für ein attraktives innenstädtisches Leben auch nach den Ladenöffnungszeiten sind Kinos unabdingbar, konnte man mehrfach auf dem vom Kölner Kulturrat veranstalteten Symposium im letzten Oktober hören. Damals wurde der Vorschlag formuliert, beim Neubau des Schauspielhauses auch einen multifunktionalen Saal einzuplanen, der auch für große Kinopremieren genutzt werden könnte, und daneben zwei bis drei kleinere Leinwände für die Filmkultur. Dieser Vorschlag scheint aber beim Schauspiel auf wenig Gegenliebe zu stoßen.


Ein Kulturhaus am Ubierring


Seit kurzem kursiert ein neues Konzept: Mit dem Umzug des Rautenstrauch-Joest-Museums nächstes Jahr an den Neumarkt stünde eine attraktive städtische Immobilie in der Südstadt leer. Die Betreiber der Filmpalette und des Off Broadway schlagen vor, darin ein Filmkunstkino mit drei Sälen zu integrieren. Angeschlossen hat sich ihnen der Chefredakteur des Film-Dienst Horst Peter Koll, der zusammen mit zwei Architekten ein »Haus für Kultur und Medien« vorschlägt. Es gibt allerdings bereits andere Interessenten aus dem Kulturbereich für das Gebäude: Oberbürgermeister Schramma hat sich schon stark gemacht für einen Umzug der Rheinischen Musikschule in die Südstadt, außerdem gibt es Vorschläge für eine Pop- und Musicalakademie. Die Ki­nomacher betonen aber, dass eine gemeinschaftliche Nutzung durchaus denkbar sei. Zunächst einmal wird die Stadt im Spätsommer die bauliche Substanz prüfen und die Kosten für einen Umbau schätzen lassen. Mit finanzieller Unterstützung der Filmstiftung NRW wollen die Kinobetreiber parallel eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben.

Ist ein neues Zentrum für Filmkultur noch Zukunftsmusik, so können sich die Kölner Filminitiativen und Festivals nach Jahren des Arbeitens mit minimalen Budgets, dieses Jahr über eine deutliche Erhöhung der Zuwendungen durch die Stadt freuen. 150.000 Euro sind im diesjährigen Kulturhaushalt für den Film vorgesehen, in den letzten Jahren lag der Betrag meist zwischen 60.000 und 80.000 Euro. Gefördert wird von dem Geld neben den im Verein Kinoaktiv zusammengeschlossenen Initiativen, das Frauenfilmfestival, das Filmforum NRW und erstmals die Filmsociety sowie ein geplantes neues Festival für den Nachwuchsfilm. Außerdem sind Mittel vorgesehen für eine bessere Vernetzung und Außendarstellung der freien Filmszene in Köln.

Ein gemeinsamer Internetauftritt wäre ein erster Schritt für eine bessere Sichtbarkeit der Arbeit der Initiativen, deren über mehrere Kinos verteilte Angebote und teilweise nur rudimentär vorhandene Öffentlichkeitsarbeit bisweilen einige Detektivarbeit von interessierten Filmfreunden erfordert. So positiv die bessere Unterstützung der bestehenden freien Szene ist, sie kann kein echtes Zentrum für Filmkultur ersetzen, in dem auch die Filmgeschichte umfassend und mit klarem Profil präsentiert wird. Egal ob am Offenbachplatz oder am Ubierring, erst dann wäre die cineastische Grundversorgung der Stadt wieder hergestellt.

Sven von Reden

 



 

Ein neues Haus für den Film und andere Künste

 

Rolf-R. Hamacher,  KÖLNISCHE RUDNSCHAU, 1.6.2007

Kulturausschuss berät über Nutzung des alten Rautenstrauch-Joest-Museums am Ubierring

 
Mitte der 50er Jahre gab es noch über 80 Lichtspieltheater in Köln. Mittlerweile präsentiert sich die Stadt zwar gerne als Medienmetropole. Doch rechtsrheinisch herrscht völlig „Stille“, und in der einst so pulsierenden Südstadt gibt es mit dem „Odeon“ gerade eine Abspielstätte.
 
Nun könnte eine Initiative von Horst Peter Koll – Chefredakteur von „Film-Dienst“ – Abhilfe schaffen. Mit den Kinobetreibern Christian Schmalz (Off-Broadway) und Joachim Kühn (Filmpalette) hat er ein Konzept zur Nutzung des Hauses am Ubierring erarbeitet, das nach Auszug des Rautenstrauch-Joest-Museums ab Herbst 2008 leer stehen wird. In der Nähe des neuen „Wohnparadieses am Rheinauhafen, an der Schnittstelle zu Literaturhaus, Schokoladen- und Sportmuseum könnte das ehemalige Völkerkundemuseum, so Koll, „zu einem kulturellen Filetstück urbaner Städteplanung werden“. Es geht den Initiatoren nicht nur um das Abspielen von Filmen in den geplanten zwei Kinos mit jeweils 200 Plätzen. Der noch existierende Theatersaal der früheren Kammerspiele könnte multifunktional genutzt und anderen Künsten geöffnet werden.
 
Mit der rheinischen Musikschule, die ebenfalls Interesse angemeldet hat, will Koll nicht konkurrieren. Vielmehr schwebt ihm eine Partnerschaft vor. So könnte auch der Tanz hier seine Heimat finden. Und schließlich soll das Institut auch als Bildungsraum fungieren – für Schüler wie für Lehrer, die hier ihre Medienkompetenz stärken könnten. Die Räume bieten Platz für Büros, Archive, Gästezimmer, Restaurant, Café und für eine Mediathek. Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund/Köln hätte endlich einen adäquaten Standort, wie auch andere Kölner Filmfestivals. Der Berliner Filmhistoriker Rolf Giesen hat bereits seine Bereitschaft erklärt, seine großartige Sammlung zum „Fantastischen Film“ hier zu deponieren.
 
Das Konzept für dieses außergewöhnliche Kulturhaus hat auch Geschäftsführer Michael Schmid-Ospach von er Filmstiftung NRW überzeugt, der eine Machbarkeitsstudie zu Hälfte finanzieren will. Und NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff hat genauso sein Interesse an dem Projekt signalisiert wie Kölns Kulturdezernent Georg Quander.
 
Bleibt nur noch, die Politik zu überzeugen. Am Dienstag wird der Kulturausschuss über die künftige Nutzung beraten. Im Gespräch für das Haus am Ubierring ist auch noch der Plan einer Pop- und Musicalakademie namens „The Voice Factory“.

 



 

Zustimmung für Kölner Kulturhaus

 

(F.O.) KÖLNER STADTANZEIGER, 1.6.2007

Der Vorsitzende des Kulturausschusses plädiert für eine sorgfältige Prüfung
 
Der Plan, das Rautenstrauch-Joest-Museum in der Kölner Südstadt in ein Kulturhaus mit Schwerpunkt Kino und Filmbildung umzubauen, stößt auf Zustimmung. „Es ist wunderbar, dass es eine solche Idee gibt2, so der Vorsitzende des Kulturausschusses, Lothar Lemper (CDU). Die Kinobetreiber Christian Schmalz, Joachim Kühn und Dirk Steinkühler sowie der Filmjournalist Horst Peter Koll hatten Kulturdezernent Georg Quander ein Konzept vorgestellt, das nach dem Umzug der völkerkundlichen Sammlung an den Neumarkt den Einbau mehrerer Kinosäle in das Gebäude am Ubierring vorschlägt. Darüber hinaus sollen dort Theater-, Musik- und Tanzaufführungen stattfinden. Dies würde, so Lemper, eine neue Lebendigkeit in den sich verändernden Stadtteil bringen. Die Entscheidung über die Nutzung des Gebäudes dürfe nicht „als Schnellschuss“ gefällt werden. (F.O.)

 



 

Ideen für ein neues Kölner Kulturhaus


Kölner-Stadt Anzeiger, 30.5.2007

VON FRANK OLBERT

Als ein "perfektes Gebäude" für ein Kulturzentrum mit Schwerpunkt Kino bezeichnet ein Konzeptpapier das Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde am Kölner Ubierring. Die völkerkundliche Sammlung soll in das derzeit im Bau befindliche neue Haus am Neumarkt wechseln - nach dem Umzug, so schlagen es die Kölner Kinobetreiber Christian Schmalz (Off-Broadway) sowie Joachim Kühn und Dirk Steinkühler (Filmpalette) vor, könnten die Depots des Museums in der Südstadt in zwei Kinosäle mit rund 200 Plätzen umgebaut werden. Zudem existiert noch der Saal des Kammerspiels, der 400 Plätze umfasst und "multifunktional nutzbar", also auch durch Theater-, Tanz- oder Musikgruppen bespielbar wäre. Ein weiterer Fürsprecher des Projekts ist Horst Peter Koll, Chefredakteur des renommierten Fachmagazins "Filmdienst".

Der in einem Konzept formulierte Vorschlag sieht eine Kombination aus Premierenkino und einer Stätte für Filmbildung vor. Schmalz, Kühn und Steinkühler möchten aktuelle Werke aus dem Filmkunstbereich zeigen - dieses Vorhaben stelle keinesfalls eine Konkurrenz zum "Odeon" in der Severinstraße dar. Im Gegenteil, so Kühn: Was die Kinodichte betreffe, sei die Südstadt mit einer einzigen Leinwand derzeit geradezu unterwickelt. Sei das Angebot in einem Stadtteil so spärlich, nehme die Neigung zum Kinobesuch drastisch ab.

Über das aktuelle Kinoprogramm hinaus könnte das neue Medienhaus am Ubierring zur Beschäftigung mit der Filmhistorie einladen, eine Mediathek beherbergen und Raum für Tagungen und Seminare bieten. Auch an ein Restaurant ist gedacht. Dabei betonen Koll und die Kinobetreiber, dass all diese Angebote hochwertig sein sollten. Ihre Vorstellungen, die sie bereits Kölns Kulturdezernent Georg Quander unterbreitet haben, wollen sie mit einer Machbarkeitsstudie untermauern. Die Filmstiftung NRW hat signalisiert, dass sie sich an der Finanzierung einer solchen Studie unter bestimmten Voraussetzungen beteiligen wolle.

Kulturdezernent Quander beurteilt den Vorschlag auf Anfrage als "interessantes Projekt". Zunächst werde man jedoch ein Ingenieursbüro damit beauftragen, die Bausubstanz zu prüfen - das Haus soll sich in keinem guten Zustand befinden, was bis zum kommenden Herbst untersucht werden soll. Der Kulturausschuss am Dienstag nächster Woche werde sich mit der künftigen Nutzung des Gebäudes befassen, so Quander. Zur Debatte stehen noch weitere Pläne. So möchte die Rheinische Musikschule das Haus nutzen - ein weiterer Vorschlag sieht die Einrichtung eines Ausbildungszentrums als Musicalakademie vor. Darüber hinaus gibt es auch Interessenten an dem Gebäude aus dem nichtkulturellen Bereich.

 



 

Kultureller Energieschub


Kommentar Kölner Stadt-Anzeiger, 30.5.2007

VON FRANK OLBERT

Nagelneue Kinosäle im Gebäude des Museums für Völkerkunde, das dann vom Ubierring an den Neumarkt umgezogen sein wird - diese Vision würde Köln als Filmstadt neuen Glanz verleihen, ja, sie würde dafür sorgen, dass es in der Südstadt endlich wieder so etwas wie cineastisches Leben gibt. Für dieses kann das "Odeon" einem qualitativ anspruchsvollen Programm zum Trotz allein und mit nur einer einzigen Leinwand nicht sorgen. Das Literaturhaus ist schon da, der Deutschlandfunk mit seinem Konzertsaal ist es schon lange - nun hätte die Südstadt die Chance, auch in Sachen Filmkultur wieder aufzuholen und der gesamten Stadt einen Akzent zu verleihen, den man derzeit schmerzlich vermisst.

Denn dieses Kino würde ja nicht allein aktuelle Filmkunst zeigen, es würde auch ein wenig die Funktion einer Cinemathek mit filmhistorischem Angebot übernehmen. Ein weiterer Vorzug der Kinobetreiber Schmalz, Steinkühler und Kühn ist es neben ihrer Sachkenntnis, dass sie kompromissbereit sind. Das neue Haus soll offen sein für andere Künste, und so wird sich auch mit der Rheinischen Musikschule eine Einigung finden lassen. Darauf könnten die Beteiligten dann im hauseigenen Restaurant anstoßen - Stichwort: Gaumenkultur.

In jedem Fall sollte das Gebäude mit seiner langen kulturellen Tradition auch nach dem Wegzug der völkerkundlichen Sammlung für Aufgaben und Angebote der Kultur genutzt werden. Gerade die sich durch den Rheinauhafen wandelnde Infrastruktur des südlichen Kölns verlangt nach einem Energieschub aus dieser Richtung - Städte und Stadtteile werden umso wohnlicher und interessanter, je mehr sie zu bieten haben.

luxet

Haus für Kino- und Medienkultur im

Rautenstrauch-Joest-Museum Köln

Konzeptentwicklungsgesellschaft GbR

 

Horst Peter Koll (Sprecher)
Prof. Annette Hillebrandt BDA
Martin Schneider

Christian Schmalz
OFF Kinobetriebs GmbH Köln
Joachim Kühn und Dirk Steinkühler
Filmpalette-Filmkunstkino Köln
Klaus Flesch
Filmkontor Köln


Ubierring 43
50678 Köln
0221. 9321879
mailluxetde

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